Am 31. Mai 2017 muss das mo.ë seine Türen schließen

Wien (OTS) – Am Montag 20.02.2017 fand im Bezirksgericht Hernals die erste Verhandlung des Mietzinsstreits (Vestwerk big living TH4 GmbH & Co KG – gegen – pica pica – Verein zur Förderung interdisziplinärer Kunst- und Kultur) statt. Zu Beginn der Verhandlung wurde das Urteil des Räumungsverfahren verkündet. Der Ausgang dieses Verfahrens war aufgrund der strittigen Rechtslage bis zuletzt unklar. In erster Instanz wurde der Räumungsklage stattgegeben. Da der Kunstverein nicht über die notwendigen finanziellen Mittel (ca. 70.000 Euro) verfügt, um in Berufung zu gehen und beide Verfahren bis in letzter Instanz durchzustreiten, sah man sich gezwungen vor Gericht einen Vergleich abzuschließen.

Damit geht die Geschichte eines Raumes zu Ende, der die letzten sieben Jahre Kunstproduktion und kompromissloses Experiment abseits etablierter Hochkultur ermöglicht hat. Wien verliert damit einen Ort, der sowohl für die Kunst und Kulturszene als auch für die Stadtentwicklung im Brunnenviertel von beispielhafter Bedeutung ist.

“Die pragmatische Erkenntnis, dass wir mit unseren Anliegen nun an finanziellen Mitteln scheitern, ist bitter und steht doch symptomatisch für eine Stadt- und Kulturpolitik, die sich dezentrale Kulturarbeit auf die Fahnen schreibt, nicht aber für den Erhalt eines solchen Raumes einsteht.”

Das mo.ë hat in den letzten eineinhalb Jahren viel Unterstützung bekommen. Es ist gelungen die Themen, die sich an den Räumlichkeiten festmachen lassen, in die Öffentlichkeit zu bringen und an bestehende Diskurse anzuschließen. Diese Bestrebungen werden auch jetzt nicht aufhören!

“Wir werden nicht aufhören zu fragen, wer den Wert eines Grätzels schafft und wer davon profitiert! Nun gilt es die in diesem Prozess gesammelten Erfahrungen, die unser Recht auf Stadt und künstlerisches Tun betreffen, nicht untergehen zu lassen, sondern dazu beizutragen weitere Aktionen anzukurbeln und langfristig widerständig zu bleiben.”

In der Thelemangasse 4 wohnen weiterhin Mieter*innen mit unbefristeten Verträgen, denen der Verbleib in ihren Wohnungen schon in der Vergangenheit schwer gemacht wurde. Diese gilt es – im Angesicht einer Aufwertung der Immobilie – in den kommenden Monaten in ihrer prekären Situation zu unterstützen sowie ein besonderes Augenmerk auf das weitere Vorgehen des neuen Hauseigentümers (Realtrade Immobilien GmbH) zu legen.

Das Programm der nächsten drei Monate steht im Zeichen der gemeinsamen Arbeit der letzten sieben Jahre und für Widerstand, der Türen öffnet statt sie zu verschließen. (ZITATE & TEXT: Team mo.ë)

Presseerklärung und Richtigstellung zu Geschichte und Fragen der Rechtsstreitigkeiten
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Offener Brief gegen Verwertungslogik
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Statement zum Auftakt des Räumungsverfahren
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Weitere Stellungnahmen und Pressematerial
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Alisa Beck – Obfrau
Kundgabe Yppenplatz | Februar 2016
OTS (27.2.17): IG Kultur Wien gegen Verdrängung des mo.ë
Interessengemeinschaft fordert Wohn- und Arbeitsraum für alle und Maßnahmen gegen die fortschreitende Verwertung der Stadt

“Lokal verankerte soziokulturelle Arbeit braucht Langfristigkeit und ist nicht beliebig andernorts fortsetzbar. Außerdem verstärken Raum-und Förderstrukturen, die nicht langfristig angelegt sind, die ohnehin prekären Arbeitsverhältnisse freier und autonomer Kulturarbeit noch weiter, statt dauerhafte und nachhaltige Kulturarbeit zu ermöglichen.”
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mo.ë in die Gasse | 1. Mai 2016

Manege frei für Luxus-Lofts: Obwohl die Thelemangasse 4 (Fabrikhalle + 10 Wohnungen) letzten Sommer um 1.875.000 Euro an die Realtrade Immobilien GmbH verkauft wurde, gibt der Managing Partner, COO der vorigen Eigentümer Dr. Klaus Molisch (Vestwerk Property Partners), die das Gebäude 2013 um 870.000 Euro erworben hatten, dem Kurier nun bekannt, dass er so rasch wie möglich mit den Bauarbeiten beginnen möchte.

Kurier (24.2.17): “Ich habe mich korrekt verhalten, der Vertrag ist normal abgelaufen. Dennoch habe ich den Stempel des Bösen bekommen und den Vermögensschaden. Ich habe mehr als ein Jahr und viel Geld verloren.”
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Wir drücken Dr. Klaus Molisch unser tiefes Bedauern aus!

Noch mal zum Nachrechnen:
Vestwerk zahlt 2013 für das Gebäude 870.000 Euro & verkauft es 2016 um 1.875.000 Euro

1.875.000 Euro – 870.000 Euro = 1.005.000 Euro

Als Kulturschaffende sind wir ja naturgemäß nicht gut im Rechnen, aber wir kommen hier auf ein Plus von Einer Million und fünftausend Euro.

Mallorca Institute of Technology, presented by tagtool, garnison7 und philosophy unbound | Mai 2016
Aus dem Büro von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) heißt es in einer Stellungnahme an den STANDARD, es sei “bedauerlich”, dass Moë “diesen Ort in der Thelemanngasse (sic!) verlassen muss”. Der Verein leiste “seit Jahren wertvolle Kulturarbeit, wofür er auch von der Stadt unterstützt wird”. Die Stadt Wien könne dem Verein mit der 2016 ins Leben gerufenen Agentur “Kreative Räume” für die Vermittlung von Leerstand bei der Suche nach Räumen zur Seite stehen. – derstandard.at/2000053016655/Wiener-Kulturverein-Moe-muss-aus-Thelemangasse-4-auszieheSTANDARD (23.2.17): “Aus dem Büro von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) heißt es in einer Stellungnahme an den STANDARD, es sei “bedauerlich”, dass Moë “diesen Ort in der Thelemanngasse (sic!) verlassen muss”. Der Verein leiste “seit Jahren wertvolle Kulturarbeit, wofür er auch von der Stadt unterstützt wird”. Die Stadt Wien könne dem Verein mit der 2016 ins Leben gerufenen Agentur “Kreative Räume” für die Vermittlung
von Leerstand bei der Suche nach Räumen zur Seite stehen.”

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mo.ë in die Gasse | 1. Mai 2016
Augustin (1.3.17): “Wilde Orte für experimentelles künstlerisches Schaffen und leistbare Wohn- und Arbeitsplätze? Gibt es immer weniger. Orte, die nicht kommerziell arbeiten, Orte, die dem Randständigem, Transdisziplinärem, Uneinordenbarem Raum geben und allen offenstehen. Bald gibt es leider noch einen weniger, denn das mo.ë, einer der engagiertesten Offspaces der Stadt, muss aus den wunderschönen Räumlichkeiten der ehem. k. u k. Orden- u. Medaillenfabrik Mandelbaum ausziehen. (…) Bis 31.Mai ist nun Hingehen angesagt, denn mit der Programmierung ist der Verein nicht fertig. Und auch nicht damit, seine Verknüpfungen von Diskursen über Kunst, Verdrängung und Stadtentwicklung von unten weiterzuführen, wo und wie auch immer das in Zukunft möglich sein wird. Getreu dem Motto: mo.ë bleibt!” (Ruth Weismann)